Bunt und farbenfroh

Bunt und farbenfroh

22. Mai 2019 2 Von Jonathan Hungerland

Der CSD steht an und die Uni ist annektiert worden. Dem Parlament fehlt die Puste und die Studenten ernähren sich bald von Moral und gutem Geist.

Die Gedanken sind frei

Aber hoffentlich nicht nur die, sondern auch der Mensch, der sie hat. Anlässlich der stonewall riots findet auch dieses Jahr wieder der CSD-Nordwest in Oldenburg statt. Ein vielfältiges Miteinander, gleiche Rechte für alle, das Aufgehen jedes Individuums in der Gesellschaft – dafür wollen wir zusammen einstehen. Beim CSD geht es dabei vor allem um die Rechte und Möglichkeiten von sexuell nicht normativ orientierten, zum Beispiel von Schwulen, Lesben und Transsexuellen.

Hier einmal eine Liste mit den wichtigsten Terminen. Beim CSD sind wir natürlich auch dabei. Schaut dazu auf unserer Facebook-Seite vorbei.

  • 12.06.19 19h „Sichere Herkunftsstaaten? Diskussionsrunde zu Queer und Flucht“, Universität
  • 13.06.19 19h Lesung „Deutsche Schwulenbewegung“, Universität
  • 15.06.19 13h CSD Parade, Oldenburg
  • 15.06.19 15h Aktionsstand „Nach Mutti kommt der Genderwahn!“, Schlossplatz
  • 18.06.19 18h Filmvorführung „stonewall riots“, Universität

Kulturticket?

Für Infos zum Kulturticket siehe hier. In unserer Anfrage an den AStA bemängelten wir die Vertragskonditionen des Kulturtickets aus Studentensicht. Damit sich die Ausgaben für die Kooperation mit dem Casablanca rechnet, müssten 6.400 Studenten den Rabatt von 1€ nutzen. Da an der Kasse des Casablanca niemand von diesem Rabattangebot wusste, scheint die notwendige Regelmäßigkeit sehr zweifelhaft. Einen Überblick über die Intensität der Nutzung konnte der Kulturferefent Max Linschmann nicht geben. Das Casablance, ein Vertragspartner, meldet sich nicht zurück.

Hilfe! Die Universität ist besetzt!

Die Uni Oldenburg wurde annektiert! Oder zumindest könnte man das vielleicht bald denken. Es war abzusehen, dass der SDS den Antrag für diese Sitzung stellt. Das StuPa solle das Präsidium auffordern, regelmäßig am 14.05., dem Tag der israelischen Unabhängigkeitserklärung, die Flagge Israels zu hissen. Das war uns dann doch zu bunt.

Ein bestürzter Koala. Quelle: Pinterest

Die Bekämpfung von Antisemitismus ist Konsens. Das Hissen fremder Flaggen vor staatlichen Gebäuden ist etwas Anderes. Der Antrag wurde beschlossen, die Entscheidung liegt nun beim Präsidium. Das vom SDS geforderte Hissen der Alliierten-Flaggen wurde glücklicherweise klar abgelehnt. Ja, dann hinge die Flagge der Sowjetunion vor unserer Universität und ja, das waren die mit den Gulags. Außerdem möchte niemand die amerikanische Flagge hissen, wenn sie das nächste Mal ein Land millitärisch „demokratisieren“. Da wir ja nur drei Fahnenmasten haben, war Frankreich übrigens nicht so wichtig. Eine alternative Beflaggung zum Gedenken an die Befreiung war für sie keine Option.

Alles hat ein Ende und meine Wurst ist weg

Auf Antrag von Die LISTE soll sich das StuPa in Zukunft für die Einführung eines veganen Montags in den Uni-Mensen einsetzen. Wie groß ist der ökologische Nutzen? Welchen Wert hat die Symbolik? Will man die Studenten dafür in ihrer Wahl beschneiden? Wer denkt eigentlich an die Kinder? Ist so ein Antrag nicht eigentlich strukturell antisemitisch? Brauchen Tiere nicht auch Rechte?

Sinnvolle und weniger sinnvolle Fragen wurden zu diesem Thema aufgeworfen. Am Ende überwogen die Stimmen der Befürworter des veganen Montags.

Seid doch mal lustig!

Diesen Vorwurf von Cleo Dethers (CGO) hat Die LISTE nicht lange auf sich sitzen lassen und brachte in diese Sitzung außerdem den Antrag auf Anschaffung von Crosstrainern und dem Hissen einer Meme-Flagge ein.