Unsere Uni wird international(er)

Unsere Uni wird international(er)

28. April 2019 0 Von Jonathan Hungerland

Ausländischen Studenten soll das Studium erleichtert und Mehrsprachigkeit gefördert werden. Am Mittwoch den 24. April fand deshalb ein Gespräch mit Prof. Dr. Esther Ruigendijk und Vertreterinnen des Sprachenzentrums statt. Ein ganzes Paket an Maßnahmen ist geplant.

Hintergrund

Im November 2017 stellte der RCDS Odenburg zusammen mit dem CGO einen Antrag, der die Übersetzungen der Zugangs- und Prüfungsordnungen sowie der Modulkataloge und Modulbeschreibungen forderte.

Stand der Umsetzung

Ein Großteil der Ordnungen und Kataloge wurde übersetzt, Lücken werden noch geschlossen. Auch fakultätsübergreifende, formale Dokumente wurden übersetzt und den Studenten zur Verfügung gestellt. Die Fakultäten wurden aufgefordert, fachspezifische Dokumente eigenständig zu übersetzen.

Die Mitarbeiter der Bibliothek haben englischsprachige Fortbildungen erhalten. Zwei Mitarbeiter der psychologischen Beratung arbeiten ausschließlich auf Englisch.

Fortbildungen für die Zentrale Studien- und Karriereberatung sind geplant.

Zukünftiges Konzept

Bild von Pexels auf Pixabay

Mit dem kommenden Konzept folgt die Universität den Empfehlungen des Europarates von 2008 sowie der Hochschulrektorenkonferenz von 2011. Diese sehen eine Förderung regionaler Sprachen und individueller Mehrsprachigkeit, sowie der Anerkennung von Englisch als gemeinsame Sprache vor.

Erleichterungen für ausländische Studenten

Während eines einjährigen Begleitjahres sollen Sprache und Integration besondes unterstützt werden, um die Abbrecherquote unter ausländischen Studenten zu senken. Zu Beginn des Semesters stellen sich dabei alle Beratungsstellen bei den Studenten persönlich vor.

Bild von StockSnap auf Pixabay

Die Fachtandems – das sogenannte „Buddy“-Programm – soll unter Anderem durch Workshops gestärkt werden. Diese sollen die Kommunikation und das gegenseitige Verständnis – in erster Linie kulturell und empathisch – erleichtern.

Neben dem bereits Umgesetzten werden in der gesamten, international aufgestellten Verwaltung Englischsprachkurse von A2 bis C1 angeboten.

Sämtliche Zulassungsordnungen werden einheitlich, klar verständlich und auf Englisch verfügbar sein.

Individuelle Mehrsprachigkeit

Es besteht bereits ein breites Angebot zur sprachlichen Fortbildung. Für Mobilitätssprachen soll mindestens das Niveau C1 (kompetente Sprachanwendung), für andere, wichtige europäische Sprachen mindestens das Niveau B1 (selbstständige Sprachanwendung) erreicht werden können.

Herkunftssprachen wie beispielsweise Kurdisch, Arabisch oder slawische Sprachen sollen bis zur Möglichkeit zum wissenschaftlichen Gebrauch im Herkunftsland gefördert werden.

Mit einer Mobilitätsunterstützung werden Austauschprogramme gefördert.

Deutsch als Wissenschaftssprache erhalten

Besonders in Human- und Geisteswissenschaften ist die deutsche Sprache als Wissenschaftssprache präsent und soll erhalten werden. Alle Studenten sollen spätestens bis zum Masterabschluss Deutsch auf Sprachniveau C1 (kompetente Sprachanwendung) beherrschen. Lehramtsstudenten sollen Deutsch auf dem Niveau C2 (nuancierte, präzise, kompetente Sprachanwendung) beherrschen.

Englisch als Wissenschaftssprache stärken

Es ist ein Ausbau des englischsprachigen Studienangebots vorgesehen. Forschende sollen in ihrer Sprachkompetenz in wissenschaftlichem Englisch gefördert werden. Kurse für Wissenschaftsenglisch sollen ausgebaut, ausreichend vorhanden sein und deren Anrechnung mit Kreditpunkten soll gewährleistet werden.

Unsere Forderungen

Wir haben die Gelegenheit genutzt, um das Konzept in unserem Sinne zu ergänzen. Dabei führten wir vier Punkte an, die unser Pressesprecher Jonathan Hungerland an Professorin Ruigendijk richtete.

1) Gefordertes Sprachniveau C2

In Ihrem Papier ist die Rede von einem Studienabschluss mit deutschem C2-Sprachniveau. Ich möchte dazu raten, eine zusätzliche Sprachprüfung für in Deutschland Geborene zunächst zu erlassen. Eine Sprachprüfung kann, gerne anonym, im Zweifelsfall von Professoren/Tutoren oder sonstigen für die Ausbildung der Studenten zuständige Personen angefordert werden. Diese Prüfung soll von der Universität für den Studenten oder die Studentin kostenfrei durchgeführt werden.

Sollte die Universität auf einem Nachweis des Sprachniveaus beharren, der über eine in Deutschland erworbene Studienqualifikation hinausgeht, so sollte zentral, einmalig und auf Kosten der Universität geprüft werden.

Damit soll das Sprachniveau erhalten bleiben, aber für alle Beteiligten kein unnötiger Mehraufwand bestehen.

2) Modulhandbücher

Zwecks Übersichtlichkeit würde ich vorschlagen, dass das für die Kurse bereits in stud.ip einsehbare Sprachniveau auch in den Studienverlaufsplänen/Modulhandbüchern festgehalten wird. Dies sollte in englischsprachigen Modulhandbüchern generell und in deutschsprachigen für nicht nicht-deutschsprachige Anforderungen geschehen.

Bild von Jonny Lindner auf Pixabay

Als Beispiel habe ich mir das englischsprachige Modulhandbuch für Engineering Physics angesehen. Dort sind die Kurse in späteren Semestern auf Deutsch. Es sollte für ausländische Studierende im Verlaufsplan auf der zweiten Seite klar erkenntlich sein, in welchem Semester welches Sprachniveau erwartet/benötigt wird.

3) Sicherung des Studienerfolgs

Bild von Stacey Kennedy auf Pixabay

Das Studium für ausländische Studierende ist aufgrund zusätzlicher Herausforderungen erschwert. Im Fokus sollte ein erfolgreicher Studienabschluss mit guter Integration stehen. Deshalb sollten die zuständigen Stellen Gespräche mit ausländischen Studienabschließenden oder Abbrechern führen und dies stichpunktartig festzuhalten, um die Erkenntnisse der Gespräche zu sammeln.

Zu gegebener Zeit kann dies dann qualitativ ausgewertet werden, um für ausländische Studenten eventuell angepasste Studienverlaufspläne zu entwickeln, die sich auf Studien- und Integrationserfolg konzentrieren.

4) Wahrung der Zweckmäßigkeit der Sprache

Von meinem Mitstudenten wurde eine Förderung gendersensibler Sprache angesprochen. Da diese dem wissenschaftlichen Anspruch von Klarheit und der schlichten Zweckmäßigkeit wissenschaftlicher Texte nicht förderlich ist, sollte die Gendersensibilität von Texten kein Bewertungsmaßstab für wissenschaftliche Texte oder Hausarbeiten werden dürfen